Stadtgalerien Schwaz
Die Gesamtfläche der neu zu errichtenden Stadtgalerien Schwaz beträgt ca. 14.000 m². Davon werden ca. 8.600 m² mit einer zweigeschoßigen Tiefgarage ausgeführt, der Rest der Fläche eingeschoßig unterkellert.
Das Baufeld liegt im Talboden des Inn, als Untergrund stand hiermit im Wesentlichen ein weitgestuftes Sand-/Kiesgemisch in unterschiedlicher Lagerungsdichte an. Auch bei Errichtung des Bauwerkes in der Niederwasserperiode ist im Bereich der zweigeschoßigen Tiefgarage mit einer Wasserspiegeldifferenz von ca. 3,5 m zu rechnen. Für die Bauausführung waren daher umfangreiche Wasserhaltungs- und Baugrubensicherungsmaßnahmen erforderlich.
Die von Keller Grundbau ausgeführten Spezialtiefbauarbeiten umfassten dabei folgende Gewerke:
- Rütteldruckverdichtung zur Abminderung der Durchlässigkeit
Um die Durchlässigkeit des anstehenden Bodens abzumindern, wurde im Bereich der zweigeschoßigen Tiefgarage auf einer Fläche von 8.630 m² eine Rütteldruckverdichtung zur Abminderung der Durchlässigkeit innerhalb einer dichten Spundwandumschließung ausgeführt. Die Abminderung des kf-Wertes musste dabei eine halbe Zehnerpotenz betragen. Die anfallende Restwassermenge wurde mit offener Wasserhaltung bewältigt und in den nahegelegenen Inn eingeleitet.
- Baugrubensicherungsmaßnahmen
Zur Baugrubensicherung wurden von Keller Grundbau bei diesem Bauvorhaben folgende Verfahren ausgeführt:
- 922 m DSV-Unterfangungssäulen zur Unterfangung einer Bestandsstützmauer, ein- bis zweilagig verankert
- 455 m DSV Halbsäulen mit vertikaler Vorspannung
- 492 m² Spritzbetonsicherung mit Bodenvernagelung
- 382 m MESI-Verbau mit Spritzbetonausfachung
- Ankerungsmaßnahmen
Zur Verankerung der Baugrubensicherung (Düsenstrahlverfahren und Spundwand) gelangten 1.315 m temporäre Litzenvorspannanker mit einer Gebrauchslast von 300 bis 500 kN zur Ausführung.
- Zugpfähle
Zur Auftriebssicherung der Stadtgalerie im Endzustand wurden 558 Stück doppelt korrosionsgeschützte GEWI Pfähle DM 50 mm mit Längen von 8 bis 11m hergestellt (Gesamtlänge 5.544 m).
- Gründungsverstärkung
Unter den hochbelasteten Einzelfundamenten wurden zur Gründungsverstärkung 2.216 m DSV-Gründungssäulen mit einem Durchmesser von 1,50m hergestellt.
Aufgrund der kurzen Bauzeit war es notwendig, die Arbeiten parallel auszuführen, sodass zeitweise bis zu 7 Großgeräte für die Herstellung der Spezialtiefbaumaßnahmen gleichzeitig im Einsatz waren. Dank der guten Zusammenarbeit aller am Gewerk Beteiligten konnte parallel zu den noch laufenden Spezialtiefbaumaßnahmen bereits mit den Betonierarbeiten am Untergeschoß begonnen werden. Durch die ausgeklügelte Logistik war es möglich, die Spezialtiefbauarbeiten in nur 15 Wochen abzuschließen. Sämtliche Arbeiten wurden dabei technisch und terminlich zur vollen Zufriedenheit des Bauherrn ausgeführt.
Datum der Fertigstellung: 03.02.2011
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