Das Projekt
Beim Neubau des automatisierten Hochregallagers der Kwizda Agro in Leobendorf wurde die Tiefenfundierung durch den Einsatz duktiler Rammpfähle und bidirektionaler statischer Probebelastungen optimiert.
Im Zuge der Errichtung eines vollautomatischen Hochregallagers (Mai 2022 bis August 2023) wurde Keller Grundbau bereits in der Planungsphase in die Optimierung des Gründungskonzepts eingebunden. Gemeinsam mit Planung, Statik und Geotechnik wurden Probebelastungen an duktilen Rammpfählen durchgeführt. Zur detaillierten Analyse kamen zusätzlich faseroptische Messsysteme zum Einsatz.
Die Herausforderung
Aufgrund der hohen Setzungsanforderungen des automatisierten Hochregalsystems war eine präzise Ermittlung der Pfahltragfähigkeit erforderlich. Gleichzeitig galt es, die Interaktion zwischen Mantelreibung und Spitzendruck unter Berücksichtigung inhomogener Baugrundverhältnisse verlässlich zu charakterisieren sowie belastbare Aussagen zu Rammverhalten und Materialverbrauch abzuleiten.
Die Lösung
Mittels des bi-direktionalen Pile-HAY-Proof-Systems® wurden statische Probebelastungen an duktilen Rammpfählen durchgeführt, wobei die Tragwiderstandsanteile getrennt nach Pfahlspitzenwiderstand und Mantelreibung ermittelt werden konnten. Die bidirektionale Belastung ermöglichte dabei die Aktivierung beider Widerstandsmechanismen bei gleichzeitig erhöhter Auswertelast. Ergänzend lieferten die eingesetzten faseroptischen Messsysteme kontinuierliche Dehnungsverläufe entlang der Pfahllängsachse und ermöglichten eine differenzierte Analyse der Lastverteilung in den einzelnen Bodenschichten. Auf Basis der Versuchsergebnisse wurde ein projektspezifisches Rammkriterium abgeleitet.