Das Projekt
Mit dem Kraftwerk Stegenwald entsteht ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Energieversorgung aus Wasserkraft. Keller realisierte die technisch anspruchsvolle Baugrube für das Turbinenhaus und die Wehrfelder und schuf damit die Grundlage für die sichere Umsetzung des Projekts.
Im Rahmen des Kraftwerks Stegenwald werden ein neues Turbinenhaus sowie zwei Wehrfelder errichtet. Hierfür war eine bis zu 15 Meter tiefe Baugrube mit einer Grundfläche von rund 65 x 60 Metern erforderlich.
Keller wurde mit der Planung und Ausführung der Baugrubenumschließung beauftragt. Zum Einsatz kamen aufgelöste Bohrpfahlwände mit Düsenstrahl-Zwickelsäulen, eine tief liegende Düsenstrahlsohle sowie mehrlagige Ankerungen. Die gesamte Baugrube wurde bereits in der Planungsphase dreidimensional mittels BIM modelliert, wodurch sämtliche Bauwerks- und Ausführungsdaten digital erfasst und dokumentiert werden konnten.
Die Herausforderung
Die Größe der Baugrube, die unterschiedlichen Aushubtiefen sowie die hohen Anforderungen an die Dichtigkeit stellten besondere technische Herausforderungen dar. Zusätzlich mussten sämtliche Arbeiten innerhalb eines sehr engen Zeitfensters ausgeführt werden, da die Baugrube vor Beginn der Niederwasserperiode fertiggestellt sein musste.
Auch die geologischen Rahmenbedingungen erforderten ein präzises Zusammenspiel verschiedener Spezialtiefbauverfahren. Die Herstellung der Anker unterhalb des Grundwasserspiegels sowie die Ausführung der Düsenstrahlarbeiten in Tiefen von bis zu 30 Metern verlangten höchste Präzision bei Planung, Qualitätssicherung und Bauausführung.
Die Lösung
Keller setzte für die Baugrubenumschließung verrohrte Bohrpfähle mit Tiefen von bis zu 30 Metern ein. Sämtliche Pfähle wurden mittels GPS-Vermessung und Bohrlochaufzeichnungen laufend kontrolliert und in das digitale Ausführungsmodell integriert.
Zur Abdichtung zwischen den Pfählen wurden Düsenstrahl-Zwickelsäulen mit variierenden Durchmessern hergestellt. Ergänzend entstand eine tief liegende, abgestufte Düsenstrahlsohle, die eine zuverlässige Abdichtung der Baugrube gewährleistete. Mithilfe digitaler Auswertungen und 3D-Modelle konnten mögliche Schwachstellen frühzeitig identifiziert und durch zusätzliche Säulen gezielt geschlossen werden.
Für die Baugrubensicherung wurden zudem mehrlagige Litzenanker mit Längen von rund 30 Metern eingebaut. Trotz des hohen Wasserdrucks und der anspruchsvollen Einbaubedingungen konnten sämtliche Prüfungen erfolgreich durchgeführt werden.