Das Projekt
Mit dem „Belvedere Salzburg“ entsteht im Herzen der Salzburger Altstadt ein einzigartiges Kulturprojekt. Keller schafft mit anspruchsvollen Unterfangungs- und Sicherungsmaßnahmen die Grundlage für die Erweiterung historischer Gebäude und verbindet dabei modernste Spezialtiefbautechnik mit dem Schutz wertvoller Bausubstanz
Die Neue Residenz, das Haupthaus des Salzburg Museum, wird umfassend saniert und erweitert. Gemeinsam mit der Österreichischen Galerie Belvedere entsteht am Standort das „Belvedere Salzburg“ – ein in Österreich einzigartiges Kooperationsprojekt zweier renommierter Museen.
Für die Errichtung neuer Tiefgeschoße im Innenhof waren umfangreiche Spezialtiefbaumaßnahmen erforderlich. Keller wurde mit der Ausführung der Unterfangung der historischen Bestandsgebäude mittels DSV (Düsenstrahlverfahren) sowie der Herstellung von Erdankern zur Baugrubensicherung beauftragt.
Die Herausforderung
Die Arbeiten fanden in einem denkmalgeschützten Umfeld mit historisch bedeutender Bausubstanz statt. Bereits während der Vorbereitungsphase wurden die Maßnahmen von Archäologen und Denkmalschutzexperten begleitet. Dabei kamen mehrere römische Funde zum Vorschein, die sorgfältig freigelegt und dokumentiert werden mussten.
Zusätzlich stellten die engen Platzverhältnisse innerhalb der bestehenden Gebäudestrukturen hohe Anforderungen an Logistik und Ausführung. Gleichzeitig galt es, die historischen Fundamentmauern für den späteren Aushub bis zu neun Meter unter Geländeniveau zuverlässig zu sichern und Setzungen der Bestandsgebäude zu vermeiden.
Die Lösung
Zur Sicherung der bestehenden Bauwerke wurden zunächst Erdanker eingebaut und die Fundamentbereiche für die nachfolgenden Arbeiten vorbereitet. Aufgrund der hohen Gebäudelasten erfolgte die Unterfangung in mehreren Lagen mittels Düsenstrahlverfahren. Durch eine sorgfältig abgestimmte Herstellungsreihenfolge konnten die Arbeiten nahezu setzungsfrei ausgeführt werden.
Besonderes Augenmerk wurde auf Nachhaltigkeit gelegt: Mit einer modernen Rücklaufaufbereitungsanlage konnte die Menge des zu entsorgenden Materials deutlich reduziert werden. Dadurch verringerten sich nicht nur die Transportwege, sondern auch die damit verbundenen CO2-Emissionen.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie innovative Spezialtiefbautechnik, nachhaltige Bauweisen und der respektvolle Umgang mit historischer Bausubstanz erfolgreich miteinander verbunden werden können.