Das Projekt
Für die Erweiterung einer hochmodernen Produktionsstätte in Tirol schuf Keller die geotechnischen Voraussetzungen für eine sichere und langfristig stabile Gründung. Mithilfe des Tiefenrüttelverfahrens wurde der Baugrund gezielt verbessert und für die hohen Anforderungen der Halbleiterindustrie optimiert.
SWACRIT systems, ein Unternehmen der Firmengruppe von Dr. Christoph Swarovski, errichtet in Nassereith eine dritte Produktionsstätte mit rund 8.000 m² Fläche. In dem neuen Werk werden künftig hochkomplexe Systembaugruppen für die Vakuumtechnik und die Halbleiterindustrie gefertigt.
Aufgrund der vorhandenen Bodenverhältnisse wurde für das gesamte Baufeld eine großflächige Bodenverbesserung mittels Rüttelstopfverdichtung (RSV) geplant. Ziel war es, die Tragfähigkeit des Untergrunds zu erhöhen und optimale Voraussetzungen für die Gründung des Neubaus zu schaffen.
Die Herausforderung
Der Untergrund bestand aus einer inhomogenen Wechsellagerung von sandigem Kies und schluffigem Feinsand. Diese Bodenverhältnisse erforderten eine gezielte Homogenisierung und Verdichtung, um die zu erwartenden Lasten der Produktionsstätte sicher aufnehmen zu können.
Zusätzlich lag die Baustelle im Einflussbereich des nahegelegenen Gurglbachs. Daher musste das Gelände zum Schutz vor Hochwasser zwischen 0,5 und 2,5 Meter angeschüttet werden. Die unterschiedlichen Gründungsebenen sowie die variierenden Tiefen der tragfähigen Bodenschichten stellten weitere Anforderungen an Planung und Ausführung.
Die Lösung
Keller führte die Bodenverbesserung mittels Rüttelstopfverdichtung aus. Dabei wurden Schottersäulen in den Untergrund eingebracht, wodurch sowohl die Tragfähigkeit erhöht als auch zu erwartende Setzungen reduziert werden konnten. Die Säulenlängen wurden anhand des Eindringwiderstands individuell an die Tiefe der tragfähigen Schichten angepasst und erreichten Längen zwischen fünf und elf Metern.
Die Planung erfolgte dreidimensional mithilfe von BIM, wodurch eine präzise Abstimmung auf die unterschiedlichen Fundamenthöhen möglich war. Innerhalb von nur fünf Wochen stellte Keller mit zwei gleichzeitig arbeitenden Tragraupen insgesamt 9.470 Laufmeter Rüttelstopfsäulen her. Das Baufeld konnte dadurch termingerecht und optimal vorbereitet an den Hochbau übergeben werden.