Das Projekt
Mit der neuen Unterführung in Messendorf entsteht ein zentraler Verkehrsknotenpunkt südöstlich von Graz. Keller leistet mit umfangreichen Spezialtiefbaumaßnahmen einen entscheidenden Beitrag zur sicheren und termingerechten Umsetzung dieses bedeutenden ÖBB-Infrastrukturprojekts.
Im Ortsteil Messendorf der Marktgemeinde Raaba-Grambach wird ein umfassendes Infrastrukturprojekt der ÖBB realisiert. Neben dem Umbau des Bahnhofs Messendorf und der Modernisierung der Haltestelle Raaba umfasst das Vorhaben die Erneuerung und Erweiterung der Gleisanlagen auf einer Länge von rund zwei Kilometern sowie die Errichtung einer etwa 250 Meter langen Straßenunterführung im Kreuzungsbereich der Landesstraße L370 mit der Bahnstrecke Graz - Fehring.
Keller wurde mit der Ausführung der erforderlichen Spezialtiefbaumaßnahmen beauftragt. Das Leistungsspektrum umfasste Großbohrpfähle, Litzenanker, Mikropfähle sowie Kiespfähle.
Die Herausforderung
Die geplante Unterführung wird als wasserdichtes Wannenbauwerk ausgeführt. Aufgrund des nahezu auf Geländeniveau anstehenden Grundwassers war eine komplexe Baugrubensicherung erforderlich. Gleichzeitig musste der Bahnbetrieb während der gesamten Bauzeit ohne Einschränkungen aufrechterhalten werden, was die Errichtung einer temporären Behelfsbrücke auf Mikropfählen notwendig machte.
Zusätzliche Herausforderungen ergaben sich aus dem engen Terminplan, den hohen Dichtheitsanforderungen der Baugrube und den Arbeiten im unmittelbaren Bereich der bestehenden Gleisanlagen. Besonders anspruchsvoll war die Herstellung der Baugrubenumschließung während einer kurzen Gleissperre in der Osterwoche unter beengten Platzverhältnissen.
Die Lösung
Keller errichtete die Baugrubenumschließung mittels 700 überschnittenen Großbohrpfählen mit einem Gesamtausmaß von rund 7.500 Laufmetern. Um die ambitionierten Termine einzuhalten, wurden zeitgleich bis zu drei Großbohrgeräte eingesetzt. Die Pfahlherstellung konnte innerhalb von nur zehn Wochen erfolgreich abgeschlossen werden.
Nach den Aushubarbeiten folgte die Herstellung von 129 temporären Litzenankern mit einer Gesamtlänge von rund 2.350 Laufmetern. Aufgrund des hohen Grundwasserstands wurden Teile der Arbeiten unter drückendem Wasser ausgeführt und sämtliche Ankerköpfe entsprechend abgedichtet.
Trotz der komplexen Randbedingungen, der hohen technischen Anforderungen und des engen Zeitplans konnten die Spezialtiefbauarbeiten termingerecht und zur vollsten Zufriedenheit aller Projektbeteiligten umgesetzt werden. Damit wurden die Voraussetzungen für die erfolgreiche Realisierung eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region geschaffen.