Das Projekt
Damit mehr grüne Energie erzeugt werden kann, setzt der Windpark Neusiedl-Weiden auf moderne Windkraftanlagen und eine nachhaltige Gründungslösung von Keller.
Im Windpark Neusiedl-Weiden nördlich des Neusiedlersees werden bestehende Windkraftanlagen im Zuge eines umfassenden Repowering-Projekts durch moderne, leistungsstärkere und höhere Anlagen ersetzt. Mit einer Nabenhöhe von rund 140 Metern leisten die neuen Windräder einen wichtigen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien und ermöglichen eine deutlich höhere Stromerzeugung aus Windkraft.
Die Herausforderung
Die großen Bauwerkshöhen und die damit verbundenen Windlasten stellen hohe Anforderungen an die Gründung der Anlagen. Die enormen Kräfte müssen über die Fundamente sicher in den Untergrund abgeleitet werden. Da die anstehenden Böden im Projektgebiet in weiten Bereichen nicht ausreichend tragfähig waren, konnte eine konventionelle Flachgründung ohne zusätzliche Bodenverbesserungsmaßnahmen nicht umgesetzt werden. Gesucht wurde daher eine wirtschaftliche, nachhaltige und technisch zuverlässige Lösung zur Verbesserung der Tragfähigkeit des Untergrunds.
Die Lösung
Keller führte zur Bodenverbesserung unter den kreisförmigen Windradfundamenten eine Rüttelstopfverdichtung (RSV) aus.
Dieses Verfahren eignet sich besonders für bindige Böden und ermöglicht durch die Herstellung von Kiessäulen eine gezielte Verstärkung des Baugrunds. Die Anzahl und Anordnung der RSV-Säulen wurden im Vorfeld von unserer Statikabteilung auf Grundlage der Fundamentgeometrie, der Anlagengröße und der zu erwartenden Lasten berechnet.
Bei der Ausführung kam ein moderner Schleusenrüttler zum Einsatz, der grobkörniges Kiesmaterial mittels Druckluft in den Untergrund einbringt. Die erforderliche Einbindetiefe jeder Säule wurde laufend über die Stromaufnahme des Rüttlers sowie den vertikalen Andruck kontrolliert, um eine sichere Lastabtragung in tragfähige Bodenschichten zu gewährleisten.
Die Rüttelstopfverdichtung erwies sich dabei nicht nur als wirtschaftliche Gründungslösung, sondern auch als besonders nachhaltiges Verfahren. Da weder Zement noch Stahl benötigt werden und der verwendete Kies aus nahegelegenen Kiesgruben stammt, können Materialeinsatz, CO2-Emissionen und Transportwege deutlich reduziert werden. Dank einer leistungsstarken Tragraupe mit kurzen Umrüstzeiten zwischen den einzelnen Anlagenstandorten konnten die Arbeiten effizient durchgeführt und termingerecht an den Kunden übergeben werden.